Auch beim Netzwerk-Management bietet 5G Vorteile

Der neue Mobilfunkstandard 5G ist ausdrücklich für die Anforderungen der Industrie konzipiert. So sind zahlreiche Funktionen bereits integriert oder für zukünftige Releases geplant, die für Use Cases in verschiedenen Branchen relevant sind: Energiesparfunktionen, Positionierung, Maßnahmen um die Sicherheit zu erhöhen, Netzwerkvirtualisierung oder auch Entsprechungen zu QoS.

Für Anwender hat dies enorme Vorteile – die umso größer werden, je mehr dieser Funktionen tatsächlich benötigt werden. Denn sie ersparen sich eine Menge Integrationsaufwand, wenn statt zusätzlicher Tools und Dienste einfach auf vorhandene Netzwerkfunktionen zugegriffen werden kann. Keine Probleme mit Schnittstellenkonfigurationen, mit unterschiedlichen Management-Oberflächen oder Dashboards, keine Kompatibilitätstests oder Optimierungsläufe.

Natürlich ist bei jedem Projekt zunächst die Frage, ob 5G tatsächlich die richtige Technologie für die geplanten Anwendungsfälle ist. Latenzzeit, Bandbreite, Dichte der Knoten sind wichtige Faktoren, genauso gut aber auch Fragen wie die physische Abdeckung in schwierigen Umgebungen, wie beispielsweise in Häfen und Werften, oder wenn an die Zuverlässigkeit der Netzwerkverbindungen außergewöhnliche Anforderungen gestellt werden, wie etwa im medizinischen Bereich. Wenn der Mobilfunkstandard bei dieser Betrachtung grundsätzlich in Frage kommt, sollte man beim Kostenvergleich mit anderen Alternativen unbedingt auch berücksichtigen, welche Funktionen bereits integriert sind oder andernfalls nachgerüstet werden müssten.

Beispiel Positioning

Wenn sich ein Kunde für 5G interessiert und dabei das Thema Positioning anspricht, kann er von einem Berater unter Umständen die Antwort bekommen: „Positionierungsaufgaben kann man auch anders lösen, genauso gut und sogar günstiger.“ Ähnliche Aussagen trifft man auch bei anderen Themen an. Für Peter Hofbauer, Sales Development Manager bei Xantaro Deutschland, sind das Ausflüchte, um in einem Markt mitzumischen, für den man nicht die geeignete Lösung im Portfolio hat.

Er sieht dagegen ebenfalls Vorteile in der Integration vielfältiger Funktionen in 5G. Denn die IT-Mannschaften seien häufig bereits mit umfangreichen Standardaufgaben ausgefüllt. Neue Netzwerkinstallationen, die mit einer ganzen Reihe Subsystemen einhergehen, sorgen da für unnötige Belastungen. Aus seiner Erfahrung bietet die neue Mobilfunktechnik eine Plattform, die im laufenden Betrieb wenig Aufwand verursacht und damit eher für Entlastung sorgt – immer vorausgesetzt, dass 5G die richtige Technologie für die gestellten Aufgaben ist. Sie sollte auch nicht überschätzt werden, so die nachdrückliche Empfehlung Hofbauers. 5G sollte immer als Ergänzung des Unternehmensnetzwerkes gesehen werden, nicht als Ersatz, zum Beispiel um eine WLAN-Installation komplett abzulösen.

Ein anderes Beispiel ist Network Slicing, das unter 5G ermöglicht, virtuelle Netzwerke mit unterschiedlichen Charakteristiken zu betreiben. Hier können laut Hofbauer Service-Level-Agreements (SLAs) wesentlich granularer eingestellt werden als beispielsweise eine Quality-of-Service-Konfiguration im WLAN. Zudem sind die Einstellungen für jedes Netzwerk unabhängig voneinander zu treffen, was das Management zusätzlich erleichtert.

Beim Beispiel Positioning kommen jedoch noch weitere Aspekte zu tragen. So sind im derzeit eingesetzten Release 5G-R15 und in 5G-R16, das gerade im Markt ankommt, die Mindestanforderungen an die Positionsgenauigkeit womöglich noch nicht ausreichend für einige Anwendungsfälle. Mit den folgenden Releases R17 und R18 steigen die Anforderungen an die Genauigkeit der Positionsbestimmung.

Laut Hofbauer ist die von Xantaro eingesetzte Nokia-Technik in diesem Punkt jedoch schon viel weiter und übertrifft die Anforderungen des aktuellen Releases bei weitem. Für ihn ist daher klar: „Wenn Sie eine Positionsbestimmung im Bereich von Zentimetern statt Metern benötigen, kommen Sie um 5G nicht herum.“ Entsprechende Anwendungen funktionieren nicht nur im Nokia-Labor, sondern bereits in der Praxis. So wird beispielsweise bei einer Fluggesellschaft die ordnungsgemäße Wartung überprüft, indem Drohnen automatisiert um das Flugzeug herumfliegen und den Sitz der Nieten genau erfassen. So wird weniger Personal benötigt und der Prozess in kürzerer Zeit abgeschlossen.

Auch beim Management vorne

Wie Peter Hofbauer weiter ausführt hat man sich nach einer eingehenden Evaluierung der auf dem Markt befindlichen Lösungen bewusst für die Nokia-Technik entschieden und können nun eine Lösung liefern, die auf einer einheitlichen Plattform basiert und daher leicht zu steuern sei. Mit der Nokia Digital Automation Cloud (NDAC) steht laut Hofbauer eine Konsole zur Verfügung, die einen kompletten Überblick beispielsweise über ein 5G-Campusnetzwerk erlaubt, über Zustände, Probleme und Engstellen informiert.

Letztendlich wünsche sich der Kunde hohe Effizienz im Netzwerkbetrieb, denn hier liege ein enormes Einsparpotenzial. Genau dies sei ein wichtiger Vorteil des Systems: Die Komplexität des 5G-Netzes wird so leichter beherrschbar, die Anforderungen an das Know-how der IT-Administratoren sind nicht so hoch. Zugleich liefert NDAC die nötigen Schnittstellen, um von außen remote auf das System zuzugreifen. So könne man Kunden, die ihr Netzwerk komplett selbst betreiben wollen, ebenso befriedigen, wie jene, die teilweise auf Managed Services zugreifen oder den Betrieb komplett in die Hände von Xantaro legen wollen. Der Netzwerkdienstleister, der Expertise auf Carrier-Niveau bietet, übernimmt auf diesem Weg sogar First- und Second-Level-Support für Nokia.

So könne jedes Unternehmen anhand der vorhandenen Ressourcen das optimale Betreibermodell wählen. Man habe Kunden, die niemanden von außen ins eigene Netz lassen wollen und die nötigen Kompetenzen aufbauen, um ihr 5G-Campusnetz komplett in Eigenregie betreiben. Dann gebe es Kunden, die sich damit nicht belasten, sondern sich ganz auf das eigene Kerngeschäft konzentrieren wollen – und alle Nuancen dazwischen.

 


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25/06/2024

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